„First Fill“ Tasting

First Fill Whiskys

Ihr kennt diesen Begriff schon aus meinen „Fässer“-Artikeln. Befüllt man ein amerikanisches Weißeiche-Fass, nachdem Bourbon in ihm lagerte, nun erstmals mit schottischem Whisky, dann spricht man von „First Fill“. Das trifft auf alle drei abgebildeten Whiskys zu.

Der Balvenie ist darüber hinaus noch aus anderen Gründen interessant. Normalerweise werden beim Abfüllen eines Single Malt in Flaschen immer mehrere Fässer aus derselben Destillerie gezielt miteinander vermischt, um Schwankungen im Geschmack gering zu halten. Bei einem Single Barrel oder Single Cask verzichtet man bewusst auf dieses Mischen. Und die Hülse, in der die Flasche geliefert wird, ist außerordentlich informativ und schön gestaltet. Last-but-not-least ist dieser 12jährige einer der wenigen Balvenies, die ungefärbt erhältlich sind.

Ganz typisch für einen „First Fill“ duftet und schmeckt er erfrischend nach Vanille, und auch der Abgang ist sehr süß. Woher kommt dieses Aroma, das man mit Vanille assoziiert? Vom Eichefass, das wegen dieser erstmaligen Verwendung für schottischen Whisky besonders viel Einfluss auf den Whisky nimmt.

Der 13jährige Tormore hingegen ist „wärmer“. Das mag auch am höheren Alkoholgehalt liegen, den ich zuvor durch einige Milliliter Wasser aus der Pipette auf ca. 50% vol. reduzierte. Er schmeckt runder und ist länger im Abgang. Er entstammt einer „Cask Strength“-Serie von Gordon & MacPhail, die ich schon lange schätze.

Der dritte, ein 11jähriger Benromach, mit hohem Alkoholgehalt wie der Tormore und ein Single Cask wie der Balvenie, passt – wie ich dann feststellen musste – nicht ganz in dieses Tasting. Nach meinem Geschmack verträgt sich seine wenn auch ganz leichte Rauchnote nicht mit der Vanillelastigkeit der beiden anderen. Soll nicht heißen, dass er mir nicht schmeckte. Im Gegenteil, er war sehr lecker, als ich ihn später am Abend zusammen mit einem anderen ebenfalls leicht rauchigen Glen Scotia probierte, und diese beiden harmonierten prima. Mehr dazu ein anderes Mal.

Slàinte Mhath!
Dirk

Super Heavily Peated | Der neue 10jährige Octomore

Bruichladdich rühmt sich, mit der Octomore-Serie die rauchigsten Whiskys überhaupt zu produzieren. „Super Heavily Peated“ steht auf der Flasche. Whiskys gelten als rauchig, wenn sie aus Gerstenmalz hergestellt werden, das über Torfrauch „gedarrt“ wurde und dann meist ca. 20-40 ppm Rauch enthält (ppm = parts per million). Siehe dazu auch meine Beiträge zum Thema „Torfrauch“. Die Octomore-Whiskys, die ich bislang trank, hatten hingegen jeweils 167 ppm!

Mit deutlich über 100 Euro finde ich die meisten Octomore-Variationen allerdings zu teuer. Sehr oft sind das 5jährige, und ich vertrete die – vielleicht etwas altmodische – Meinung, dass teurer Whisky auch lange im Fass gereift haben sollte. Erfreulicherweise war für Anfang 2019 nun zum dritten Mal ein 10jähriger angekündigt worden, und nachdem ich mir schon die Second Edition gegönnt hatte, habe ich mir nun auch jene dritte gekauft.

Und nicht nur eine Flasche, sondern gleich zwei. Warum? Weil ich dann eine „für später“ beiseite legen kann und die zweite öffnen und teilen kann. Sechs mal zehn Centiliter verkaufe ich zum Selbstkostenpreis, und die restlichen zehn Centiliter behalte ich für mich zum Genießen. Siehe dazu auch meine Beiträge zum „Whisky teilen“.

Und tatsächlich enttäuscht er nicht.
Sehr lecker!

Slàinte Mhath!