Fässer | Teil 3

In Rahmen eines viergängigen Dinners bei Mr. Pepper’s by Whiskykoch in Darmstadt präsentierte Gordon Dundas, Brand Ambassador bei Ian Macleod Distillers, drei unterschiedliche Abfüllungen von Tamdhu-Whiskys:

  • 12 Years
  • 15 Years
  • Cask Strength – Batch 004

Seinen Schwerpunkt legte Gordon in seinen Ausführungen auf die Fassstrategie und das Fassmanagement von Tamdhu – nicht sicher, ob das die richtigen Begriffe sind, aber lasst mich wie immer mit einfachen Worten erklären, was ich damit meine.

Viele Destillerien und unabhängige Abfüller lassen ihre Whiskys zunächst in ex-Bourbon Fässern reifen und füllen sie dann zwecks Hinzufügen weiterer Geschmacksnuancen zum Nachreifen in ex-Sherry- oder andere Fässer um. Tamdhu hingegen belässt seine Whiskys von Anfang bis Ende im selben Fass.

Aber das ist nicht die einzige Besonderheit in deren Strategie. Sie setzen außerdem ausschließlich Fässer ein, in denen zuvor Oloroso-Sherry lagerte. Sie arbeiten also nur mit einen einzigen Fasstyp? Keineswegs. Um nur zwei Kriterien zu nennen:

  • Diese Fässer können aus amerikanischer oder europäischer Eiche hergestellt sein, und tatsächlich bekamen wir zusätzlich zu den eigentlichen Whiskys dieser Verkostung die Gelegenheit, je ein Sample dieser beiden Varianten zu probieren, um den Unterschied herauszuschmecken, und
  • es können große, für spanischen Sherry typische Fässer sein oder kleinere Hogsheads, die mehr Einfluss auf den darin lagernden Whisky nehmen.

Und so kommt eine Bandbreite von Geschmacksrichtungen bei dieser Reifung heraus, die es dann ermöglicht, über das Auswählen von Fässern und deren „Vermählung“ während des Abfüllens in Flaschen den angestrebten Charakter des Whiskys zu erzielen.

Wie kommt Tamdhu an solche ex-Sherry-Fässer ran? Tamdhu gibt bereits den Bau der Fässer in Auftrag. Nachdem dann einige Jahre lang Sherry in ihnen lagerte, erhalten sie diese Fässer zurück. Bei der Flaschenabfüllung eines beispielsweise 15 Jahre gereiften Whiskys hat das Tamdhu-seitige Management und Tracking jener Fässer also bereits vor 21 oder 22 Jahren – nämlich als sie sie bauen ließen – begonnen.

Hätte man auch sicher irgendwo nachlesen können. Aber diese und andere Information bei einem leckeren Abendessen mit Whiskyverkostung in einer ausgesprochen angenehmen Atmosphäre zu bekommen, das war schon toll.

Kleine, feine Events

Tamdhu bei Whiskykoch

In einem früheren Artikel hatte ich dafür geworben, neben Onlineshops auch weiterhin lokale Whiskyläden zu nutzen und dadurch zu unterstützen und zu erhalten. Neben dem Erwerb von Whisky wurde mir am Donnerstagabend ein weiterer Aspekt besonders deutlich, nämlich deren Ausrichtung von kleinen, feinen Events.

In diesem Fall ein viergängiges Dinner bei Mr. Pepper’s by Whiskykoch in Darmstadt, abgestimmt auf eine von Gordon Dundas präsentierte Verkostung von Tamdhu-Whiskys, die gleichermaßen lehrreich, unterhaltsam und lecker war. Gordon ist Brand Ambassador bei Ian Macleod Distillers, zu denen unter anderem Tamdhu gehört.

Zu Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Dessert – allesamt äußerst schmackhaft – wurden Whiskys aus drei verschiedenen Tamdhu-Abfüllungen kredenzt, aber auch zwei nicht im Handel erhältliche Samples, die den Einfluss unterschiedlicher Fässer auf den Geschmack besonders deutlich erkennen ließen. Mehr dazu werde ich in einem separaten Artikel ausführen.