Vorfreude

Arran und Craigellachie

Warum ich mich über (und auf) diese zwei Samples besonders freue?

Aromen: Arran
Aromen: Arran

Ich hatte immer wieder leckere Arrans, zuletzt diese besondere Abfüllung Peated Spirit from Sherry Hogshead, die ich mir bei Drinkmonger in Pitlochry gegönnt und aus dem Schottlandurlaub mit nach Hause gebracht hatte. Oder den Pinot Noir Casks, den ich zu Weihnachten verschenkte. Die Insel Arran ist vorgemerkt für unseren Urlaub 2021; da kann man gar nicht früh genug damit beginnen, sich auf deren Whiskys einzustellen. Umso gespannter bin ich nun auf dieses Sample einer 13jährigen Nymphs of Whisky-Abfüllung mit Madeira Cask Finish.

Aromen: Craigellachie
Aromen: Craigellachie

Besonders neugierig bin ich auch auf den 12jährigen Craigellachie. Dessen Verkostungsnotiz erinnert mich an einen meiner Lieblingswhiskys, den ebenfalls 12jährigen Balvenie Single Barrel, bei dem mir immer wieder eine besonders helle Süße auffällt, die wohl typisch ist für Whisky, der in 1st Fill ex-Bourbon-Fässern reifte. Was es mit 1st Fill ex-Bourbon auf sich hat, könnt ihr in einem früheren Beitrag nachlesen. Denke, dass ich beide – den Balvenie und den Craigellachie – im direkten Vergleich probieren werde.

Bin – wie schon mal erwähnt – nicht gut im Erkennen und Beschreiben detaillierter Aromen, die man über Nase und Zunge erfährt. Umso dankbarer bin ich für die veröffentlichten Verkostungsnotizen von whic.de und die Fotos, die ich hier verwenden darf.

Slàinte Mhath
Dirk

Kilchoman

Zwei Kilchomans

Zwei ganz besondere Kilchomans sieht man auf diesem Foto.

Zunächst der gerade leergetrunkene 100% Islay, 6th Edition. Wie die meisten Destillerien bezieht auch Kilchoman in der Regel das fertige Malz von außerhalb.

100% Islay
100% Islay

Für die Serie 100% Islay allerdings produziert man das Malz selbst aus eigener Gerste. Bei unserem ersten Besuch in 2016 sahen wir sowohl die Felder, auf denen die Gerste wächst als auch den Ofen, über dessen Torffeuer die gekeimte Gerste zu Malz gedarrt wird.

Gerste
Gerste

Diese 6th Edition war ausschließlich in ex-Bourbon-Fässern gereift. Sollte ich mir nun einen neuen 100% Islay nachkaufen?

Schon lange hatte mich die 8th Edition gereizt, denn bei ihr kamen zusätzlich Sherry-Fässer zum Einsatz. Stattdessen entschied ich mich aber, endlich diese hier links abgebildete Flasche zu öffnen mit einem Whisky, der sich über 12 Jahre lang in einem Sherry-Hogshead entwickeln durfte. Es handelt sich dabei um eine Abfüllung, die Kilchoman in 2019 für die Islay Cask Company vornahm, ein sogenanntes Private Cask Release. Er war 2006 destilliert worden. Dass die Islay Cask Company in dieses Fass investierte ist besonders bemerkenswert, da Kilchoman erst 2005 gegründet worden war. „Die Kronjuwelen“, so nannte Kilchoman kürzlich diese alten Fässer aus den Anfangsjahren.

Davon, wie lecker er schmeckt, konnte ich mich schon anhand eines im letzten Jahr mitbestellten Samples überzeugen – und nun ist die große Flasche reif fürs Genießen.

Slàinte Mhath!
Dirk

Klotzen statt Kleckern

16 Whiskys vor dem Versand

Wie ihr wisst, teile ich immer wieder gerne Whisky mit Gleichgesinnten, sodass man sich öfter mal eine neue Flasche leisten kann, ohne die ganz alleine finanzieren zu müssen. Über Facebook ist’s leider nicht mehr erlaubt, aber über eBay funktioniert’s weiterhin oder über Foren wie bei whisky.de. Meist geht’s dabei um Mengen, die man per Maxibriefkarton preiswert versenden kann: bis zu drei Samples à 100ml.

Umso mehr hat diese gestrige Bestellung gelohnt, wobei der Kontakt über Facebook zustande kam. Das Anbieten und Auswählen der Whiskys sowie die ganze Abwicklung vom Bestellen übers Bezahlen bis zum Versenden passierte dann aber außerhalb in einem angenehmen, direkten Dialog.

Bestellt wurden 16(!) verschiedene 100ml-Samples meist hochwertiger Whiskys für insgesamt 300 €, zum Selbstkostenpreis, also ohne Profit. Das hat Spaß gemacht! Das Titelfoto zeigt die 16, bevor sie in Papier eingewickelt im Paket verschwinden.

16 Whiskys von der Seite
16 Whiskys von der Seite

Ihr kennt meine Vorliebe für Whiskys, die nicht mit Farbstoff auf eine Einheitsfarbe getrimmt sind. Während das Foto von vorne die Farben nur schlecht wiedergibt, zeigt die Seitenansicht die ganze Bandbreite. Interessanterweise stammen der blasseste und der dunkelste aus derselben Destillerie. Dem Kilchoman 100% Islay 6th Edition sieht man an, dass er in nichts anderem als First-Fill und Refill ex-Bourbon-Fässern lagerte. Ab der 7th Edition übrigens kamen auch ex-Sherry-Fässer hinzu. Wie schön, dass man nicht mit Zuckerkulör nachhalf und dass man ihm seine Herkunft ansieht. Der Kilchoman 2019 STR Cask Matured hingegen reifte in Fässern, die man vorher nochmals besonders behandelte: STR steht für Shaved, Toasted, Re-Charred. Ob seine Färbung daher kommt oder von dem Rotwein, der zuvor in den Fässern gelagert hatte, kann ich nicht sagen, jedenfalls ist er der dunkelste unter diesen 16.

Ein andere Besonderheit weist der 18jährige Caol Ila auf. Während man dort normalerweise nur rauchige Whiskys herstellt, brennt man einmal im Jahr nichtrauchige, „unpeated“. Diese Flasche aus dem Jahr 2017 wartete schon geraume Zeit ungeöffnet in meinem Schrank auf den ersten Interessenten, und endlich ist die Zeit gekommen, sie zu öffnen, und endlich darf auch ich davon probieren. Dasselbe gilt für den Big Peat, der 2018 anlässlich des jährlichen Feis Ile-Festivals auf Islay abgefüllt wurde. Während alle anderen Whiskys Single Malts sind, ist dieser hier ein Blended Islay Malt, aus vier benannten Destillerien.

Der Empfänger kann sich freuen über eine leckere Geschmacksvielfalt, und ich freue mich über 300 €, die ich gerne neu investiere.

Slàinte Mhath!
Dirk