Isle of Mull

Auch hier verbringen wir vier Tage – und soviel vorab: Diese schöne Insel verdient mehr Zeit!

Von Oban aus nehmen wir die Fähre nach Craignure.

Wohnen werden wir in Tobermory, also geht es nach dem Anlegen mit dem Auto zunächst mal entlang der Küste des Sound of Mull nach Nordwesten. Und das ist der Blick, der sich uns schließlich bietet. Schon tausendmal auf Fotos oder im TV gesehen, aber immer wieder beeindruckend.

In unmittelbarer Nähe von Tobermory liegt die Island Bakery, die zwar keinen richtigen Laden bietet, dafür aber eine – auf den Inseln sehr verbreitete – „Honesty Box“. Man nimmt sich Ware aus einem Schrank und zahlt den fälligen Betrag. Eine der wenigen Situationen, in denen man in Schottland noch Bargeld benötigt, also passendes Kleingeld.  Wir decken uns mit vier verschiedenen Geschmacksrichtungen von Shortbread und anderen Biscuits ein und fahren weiter zur Sgriob-ruadh Farm, gleich in der Nachbarschaft. Sie erzeugen dort Käse und brennen aus der Molke drei leckere Schnäpse und lassen uns probieren. Am besten gefällt uns aber das Café mit seinen verführerischen Torten und Kuchen.

Weiter geht’s in Richtung Westküste. Wir stoppen bei der Art-in-Nature Gallery, das ist eine Kombi aus Gallerie, Café und Wald-Kunst-Park. Von hier aus bietet sich ein erster Blick auf den großen, weißen Calgary Beach.

Als wir am Calgary Beach ankommen, tummeln sich überall kleine Gruppen von Menschen, oft mit Hunden. Aber wegen der Weite des Strands kommt er uns trotzdem leer vor. Erst der Anblick des Parkplatzes erinnert uns daran, dass wir doch nicht so alleine waren. Tipp: Die kleine Eisbude ist ein Ableger des Eiscafés in Tobermory mit seinen so leckeren, besonderen Sorten.

Weiter geht’s entlang der Westküste. Eigentlich suchen wir den Black Beach und die Torloisk Farm, um dort Fleisch vom Highland Cattle zu kaufen. Aber beides ist – ums kurz zu machen – schwer auffindbar und dann nicht zugänglich. Stattdessen legen wir einen kurzen Stopp beim Eas Fors Waterfall ein und entscheiden dann spontan, das kleine Fährbötchen rüber nach Ulva zu nehmen. Dort wandern wir die kürzeste der vielen ausgeschilderten Routen, legen eine Pause im The Boathouse ein und lassen uns zurückschippern.

Am nächsten Tag geht’s andersherum, zunächst nach Südosten bis Salen, wo diese pittoresken Schiffswracks liegen.

Und weiter zum Loch Ba, eine Empfehlung aus einem kleinen Büchlein aus dem Apartment. Ein beschaulicher Weg entland des Lochs, und wir begegnen innerhalb von zwei Stunden einer Handvoll Menschen: einer Anwohnerin, die ihren Hund ausführt, einem Pilzsammler, zwei Radfahrern und einem Landwirt. Und gefühlt Hunderten von Schafen. Um wieviel beschaulicher ist doch die Isle of Mull im Vergleich zu Skye.

Dort, wo man parkt, um den Ben More zu erklimmen, treffen wir auf eine Rinderherde am Strand. Wie immer außerordentlich zutraulich, und kein Zaun weit und breit. Wir wandern ca. 20 Minuten den Ben More hinauf und kehren dann um, schließlich sind wir heute schon genug gelaufen. Aber auch von hier bietet sich bereits ein toller Ausblick.

Und abschließend hier zwei kurze Spaziergänge von Tobermory aus: nach Norden zum Tobermory Lighthouse und nach Südosten zunächst vorbei am Hafen zu den Aros Waterfalls. Beide Strecken führen über schöne Waldwege entlang der Küste.

Jetzt habe ich zum Ort Tobermory gar nichts gesagt, obwohl es hier so viel Gutes gibt. Einen Supermarkt, aber viel mehr Spaß macht das Einkaufen im Tobermory Stores mit vielen regionalen Lebensmitteln, gegenüber der Distillery. Am Fisherman’s Pier gibt es eine Bude mit preisgekrönten Fish & Chips. Das Gallery Restaurant verbindet Galerie, Restaurant und Café in einer – wie es scheint – ehemaligen Kirche.  Und ein Muss ist das Eiscafé. Inhaberin Kyle freut sich, als wir sie auf den Schottland-Campervan-Roadtrip der Filmemacherinnen Maike und Tanja ansprechen, zu finden in der ARD-Mediathek.

Warum sind vier Tage zu kurz? Wir haben den großen südlichsten Teil von Mull völlig ausgelassen. Von hier bieten sich Ausflüge nach Iona und Staffa an oder gar zu den Treshnish Isles. Am liebsten nach Lunga, etwas früher im Jahr, denn nun, im September, sind die Puffins leider schon auf dem Weg in den Süden.