Pennan Inn

Pennan

Zuerst die schlechte Nachricht, ich las sie heute Morgen auf Facebook. Der Wirt des Pennan Inn verabschiedet sich nach 10 Jahren und eröffnet ein neues Restaurant in derselben Gegend.

„Wo liegt denn Pennan, und was geht mich das Gasthaus dort an?“, könnte man fragen.

Pennan Inn Restaurant
Pennan Inn Restaurant

Aber wer Fotos des Ortes, des Hafens und insbesondere der roten Telefonzelle vor dem Pennan Inn auf der gegenüberliegenden Straßenseite sieht, der erinnert sich schnell und gerne an den Film „Local Hero“ aus dem Jahr 1982 mit der Musik von Mark Knopfler von den Dire Straits. Und wer den Film noch nicht kennt, der sollte ihn sich schnellstens besorgen. Ich empfehle, beim Anschauen einen 42jährigen Whisky zu trinken, alternativ vier 8jährige und einen 10jährigen. (Erklärung dazu gibt’s im Film.)

2016 verbrachten meine Frau Sabine und ich dort zwei Tage während unseres ersten gemeinsamen Schottlandurlaubs. Wir genossen das klassische schottische Frühstück und das Abendessen im Restaurant des Hauses. Von „Fish and Chips with local Peterhead haddock“ über „Hand pressed Haggis & Steak Burger“ bis zum „Famous Thai Green Curry“ – alles so lecker und für jeden Geschmack etwas dabei. Anschließend war die Hotelbar angesagt, und der Barkeeper beriet gut und gerne in Sachen Whisky.

Nun die gute Nachricht, es gibt Nachfolger, sogar Deutsche. Roland und Monika Focht werden das Haus als Bed-and-Breakfast weiterführen. Die Übergabe soll in den nächsten Monaten erfolgen. Auch die Bar bleibt erhalten, aber wohl nicht das Restaurant, wenn ich’s richtig verstand. In jedem Fall eine tolle Sache, dass dieses Gasthaus erhalten und weiter in Betrieb bleibt. Ich wünsche den beiden viel Erfolg und Freude dabei!

Hier geht’s zur Website des Pennan Inn.

Überraschungen

Glen Moray und Tobermory

Vermutlich hätte ich mir von diesen beiden Whiskys keine ganze Flasche gekauft, einfach zu weit entfernt von dem, was ich normalerweise anpeile.

Von der Isle of Mull habe ich schon so viele Ledaig-Whiskys getrunken, Originalabfüllungen und noch mehr unabhängige. Den allerersten im Pennan Inn auf Empfehlung des Barkeepers. Als Freund von rauchigen Whiskys wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen, einen Tobermory zu kaufen aus derselben Destillerie, allerdings nicht rauchig. Umso überraschter war ich – und zwar positiv – von diesem Sample. Und das ist gut, denn die Inseln an und vor der Westküste Schottlands stehen ganz oben auf der Liste unserer Urlaubsziele 2021.

Noch beeindruckender allerdings fand ich den Glen Moray. Auch so einer, der mich normalerweise nicht gelockt hätte. Nicht rauchig, weder Islay noch Inseln, und ich war noch nie dort. Aber total lecker, wie ich dann feststellte. Süß und weich. Ich las „sahnig“ und „samtig“ in einer Bewertung, das trifft’s wirklich. Seine Eichenholznote erinnert mich irgendwie an den Balvenie Single Barrel, aber jener schmeckt kühl und dieser hier warm.

Hat jedenfalls gelohnt, mal zwei Whiskys abseits der eingefahrenen Route zu probieren!

Alle Jahre wieder …

Kilchoman Club Release 2019

… bringt Kilchoman ein neues „Club Release” raus.

In diesem Jahr vermählten Sie dafür Whiskys, die zwischen Oktober 2006 und Dezember 2007 destilliert worden waren und seither in einem Oloroso Sherry Butt und in drei Bourbon Barrels reiften.

Zur Erinnerung: Ein „Butt“ ist ein sehr großes Fass und enthält in der Regel über 400 Liter, während in ein „Barrel“ nur ca. halb so viel passt. Da in einem kleinen Fass der Whisky mehr Kontakt zur Wand des Fasses hat, nimmt hier das Holz und die im Holz enthaltenen Aromen der ursprünglichen Befüllung – also Sherry bzw. Bourbon – mehr Einfluss auf die Reifung als in einem großen.

Da das „Club Release“ im November 2019 in Flaschen gefüllt wurde, haben wir es hier also mit Whiskys zu tun, die zu diesem Zeitpunkt mindestens 11 Jahre alt waren; eigentlich knapp 12 Jahre, aber es zählen nur ganze Jahre. Dass es Whiskys aus den Jahren 2006 und 2007 sind, ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Kilchoman erst 2005 gegründet wurde. Nach eigenen Worten zählen diese Fässer zu Kilchomans „Kronjuwelen“.

Der relativ hohe Alkoholgehalt von 54,3% vol. sowie die Tatsache, dass man aus der Summe der genannten Fassvolumen „nur“ 1.242 Flaschen herausbekam, lassen erkennen, das hier – auch wenn es sich nicht um Fassstärke handelt – nur wenig Wasser zugesetzt wurde.

Zwei Flaschen konnte ich mir letzte Woche Donnerstag sichern, als um 13:00 Uhr deutscher Zeit der Online-Verkauf an die Clubmitglieder startete. Gestern trafen die Pakete ein. Wie immer: eine Flasche zum Sammeln und eine zum Genießen und Teilen; dieses Mal über eBay, da Flaschenteilungen aufgrund neuer Richtlinien in den entsprechenden Facebook-Gruppen nicht mehr erlaubt sind.

Beim Probieren fällt sofort der Sherry-Duft auf. Habe ich bisher selten so intensiv bei Kilchoman erlebt, eigentlich nur beim 12jährigen Private Cask Release der Islay Cask Company. Sherry und Torfrauch sind sehr schön ausbalanciert. Wie gut, dass ich aus der offenen Flasche nur 50cl zum Teilen anbot und 20cl für mich behalten werde.

Slàinte Mhath
Dirk